Steinway in Austria

Statement Lang Lang

Die Schönheit eines Stückes hängt nicht nur von der Komposition ab, man braucht dafür auch die richtigen Hände und das richtige Instrument.
(Lang Lang)

Steinway: Was würden Sie jungen Pianisten für ihre Karriere empfehlen?
Lang Lang: Ich glaube, das Wichtigste für einen Künstler ist, dass Erfolg nicht die Hauptmotivation sein darf. Wenn man immer nur daran denkt, erfolgreich zu sein, dann ist das sehr gefährlich. Wenn ich als Künstler Klavier spielen will und auch während des Auftritts daran denke, möglichst erfolgreich zu sein und darauf zu achten, wie ich bei den Leuten ankomme, dann wird mein Vortrag nicht mitreißend sein.
 
Woran liegt das?
Wenn man sich darüber Gedanken macht, warum man auf die Bühne geht, nämlich um vorzutragen, dann arbeitet man auch beim Üben ganz anders, als wenn man übt, um erfolgreich zu sein. Verstehen Sie? Das ist ein riesiger Unterschied. Kurz gesagt, wenn man die Musik oder das Klavierspielen dazu benutzen möchte, um erfolgreich zu sein, dann wird der musikalische Fokus so klein, dass Sie niemals erfolgreich sein werden.
 
Herr Lang Lang, Sie werden als Star, Superstar bezeichnet. Mögen Sie das eigentlich?
(lacht) Ich weiß nicht. Ich find es schon fein, und es macht auf jeden Fall Spaß.

Wie viele Konzerte spielen Sie auf einer Tournee?
Das ist sehr verschieden. Gestern habe ich in Edingburgh gespielt. Heute bin ich hier mit Ihnen im Steinway-Haus, und morgen spiele ich im Wiener Konzerthaus. Es gibt viel zu tun.
 
Wie lange sitzen Sie täglich am Klavier?
Ich würde sagen, circa zwei bis drei Stunden zum Üben. Ja, und dann kommen noch die Konzerte dazu. Natürlich würde ich gerne länger spielen, aber ich muss ja meinen Flieger zu meinem nächsten Konzert auch noch erwischen.
 
Und wie sollten aufstrebende Pianisten ihr Leben abseits der Bühne gestalten?
Ich glaube, dass ein junger Künstler ein normales Leben und eine normale Entwicklung braucht. Ich finde, Sport und Bewegung sind eine wichtige Sache. Man muss ja nicht gleich Basketball spielen. Ich liebe wie viele Chinesen Ping Pong. Das ist nicht so gefährlich, und da bin ich auch besser als beim Fußballspielen. Ich finde, für eine gebildete Persönlichkeit ist besonders Weltgeschichte wichtig.
(Das Interview wurde im Steinway-Haus Wien geführt.)