Steinway in Austria

Statement Grimaud

Die überwältigende Mehrheit der konzertierenden Pianistinnen und Pianisten entscheidet sich für den Steinway. Steinway in Austria pflegt den Kontakt zu Künstlern aller Musikgenres. Ob Klassikpianisten wie Lang Lang, Jazzstars wie Brad Mehldau, Popikonen wie Billy Joel. Auch Helene Grimaud vertraut auf die zuverlässige Exzellenz von Steinway. Dieses Interview haben wir mit ihr in Salzburg geführt:
Steinway in Austria:
Frau Grimaud, Sie nehmen beim Klavier spielen Farben wahr. Hat das mit dem Stück zu tun, das Sie gerade interpretieren oder mit den jeweiligen Tönen und Klängen?

Hélène Grimaud: Das Wahrnehmen einer Farbe beim Spielen hängt mit der jeweiligen Tonart zusammen, das heißt einerseits natürlich mit dem Unterschied zwischen Dur und Moll und andererseits zwischen C-Dur, G-Dur, D-Dur und so weiter. Ich sehe jede Tonart als eine andere Farbe, so zum Beispiel C-Dur als grün. 
Man spricht in der Musik generell oft von Klangfarben. Auch ein Flügel kann rot, grün oder blau klingen, das ist meist ein sehr subjektives Empfinden und schwer erklärbar. 

Kann man sagen, dass Klavier spielen und Musik eine Art Meditation für Sie sind?
(nickend) Ja, mit Sicherheit. Ich sehe die Parallele zwischen Musik und Meditation vor allem darin, dass es bei beiden darum geht, nicht mehr zu denken, in eine andere, höhere Ebene zu gelangen. Beim technischen Erarbeiten eines Stücks braucht man natürlich den Kopf, aber eigentlich geht es beim Musizieren darum, über diese Denk-Ebene hinauszukommen und nur mehr zu spielen und zu sein, was viel tiefer geht. Dann beginnt man, wirklich zu fühlen und zu erleben, was Musik ist beziehungsweise sein kann.  

Finden Sie, dass Klavierspiel oder die Musik generell zur Heilung und zur Harmonie der
Ausgeglichenheit von Körper, Geist und Seele beitragen?

(sehr überzeugt) Ja, auf jeden Fall. Vor allem weil unsere Welt immer kopflastiger wird, werden kreative Tätigkeiten wie das Musizieren immer wichtiger. Musik – auch wenn man sie nur hört und nicht selbst spielt – ist ein guter Ausgleich zu oft sehr einseitigen Betätigungen, denen wir heutzutage nachgehen beziehungsweise nachgehen müssen. Ich bin überzeugt davon, dass Musik heilend sein kann und Körper, Geist und Seele wieder in Einklang bringen kann. Ohne dass ich eine Therapeutin wäre glaube ich fest an die heilende Kraft der Musik.

Ich habe gelesen, Sie unterstützen Projekte für Jugendliche. Werden in diesen Projekten die Musik oder konkret das Klavier spielen gefördert?
Sie meinen damit wahrscheinlich meine Zeit in den USA. Dort habe ich für Jugendliche gespielt, damit sie – neben Rock und Pop, was ich übrigens selbst auch gerne hören – auch einen Zugang zur klassischen Musik bekommen. Klassische Musik hat eine starke spirituelle Wirkung und diese wollte ich den Kindern vermitteln. 
Die zweite Schiene, auf der ich nach wie vor Kinder – kranke wie gesunde – unterstütze, ist durch Spenden aus Benefiz-Konzerten. Dadurch haben professionelle Therapeuten und Pädagogen die Möglichkeit, Kindern zu helfen. 

Was würden Sie Kindern, die gerade zu spielen begonnen haben und merken „Hmm, da steckt ja doch eine Menge Arbeit und Üben dahinter…“ als Motivation mitgeben?
(lacht) Das ist eine sehr gute Frage. Leider gibt es dafür kein Allgemeinrezept. Eine wichtige Rolle in der Motivation der Kinder spielen die Eltern, denn sehr viele Klavierschüler durchlaufen in der Pubertät eine schwierige Phase, in der sie ans Aufhören denken. Selbst einige der heute arrivierten Pianisten wären nicht so weit gekommen, wenn ihre Eltern sie damals nicht überredet hätten, weiter zu machen.
Viele, mit denen ich rede und die das Klavierspielen in der Jugend aufgegeben haben, bedauern es heute zutiefst und beklagen sich bei ihren Eltern: „Warum habt ihr mich bloß aufhören lassen!“. Phasen von geringerer Motivation durchläuft fast ein jeder, außer Ausnahmekinder wie ich eines war, für die das Klavier spielen eine Art Flucht war oder ist und die dadurch in eine andere Welt eintauchen. 
Wichtig ist immer der spielerische Zugang, das spielerische Vermitteln der Musik, was vor allem in den Händen der Pädagogen liegt, die hier eine große Verantwortung haben und erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Schülers nehmen können – im Positiven wie im Negativen. Damit man langfristig bei der Musik bleibt, muss die Freude am Spielen erhalten bleiben, kombiniert jedoch mit einer gewissen Disziplin, da sonst keine Fortschritte sichtbar sind und dadurch auch keine Freude am Erreichen von Zielen.
Ich würde Kindern außerdem erzählen und erklären, welch große persönliche Bereicherung das Klavierspiel sein kann und dass es einem unendlich viel (zurück)gibt - mehr als andere Beschäftigungen wie etwa Lesen, Schach spielen oder Rechenbeispiele lösen. Auch wenn sie dies in jungen Jahren noch nicht empfinden oder auch nicht zur Gänze begreifen können, so würde ich es ihnen dennoch sagen. 
    
Wann spielten Sie zum ersten Mal auf einem Steinway und was war das für ein Gefühl für Sie?
(strahlt) Oh, daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. Das war im Alter von 11 Jahren bei der Aufnahmeprüfung am Conservatoire in Aix-en-Provence, meiner Heimatstadt. Ich war nach dem Vorspiel total überrascht, da ich viel besser gespielt habe als erwartet, was eindeutig mit dem Steinway-Flügel zusammenhing. 
(macht eine ausladende, engelsgleiche Bewegung mit den Händen und strahlt mit weit geöffneten Augen noch mehr)  
Es war, wie auf einem geflügelten Pferd zu reiten!
Ein Steinway ist ein unheimlich verlässliches und klares Instrument, was für mich als Pianistin sehr wichtig ist. Er gibt dir mehr zurück von dem was du hinein gibst, als alle anderen Flügel. Ich habe im Laufe meiner Karriere sehr, sehr viele Steinways gespielt. Jeder ist auf seine Art etwas anders, aber die Brillanz, Klarheit und Zuverlässigkeit haben alle gemeinsam. Ich würde auch nicht behaupten, dass die Steinways von Horowitz, Richter oder Rubinstein „besser“ wären als andere. Ein Steinway hat immer dieselbe hohe Qualität, egal ob ihn Herr Horowitz aussucht und spielt oder Herr Müller. 
Natürlich gibt es Flügel, die von ihrer Eigenheit und ihrem Charakter her mehr entgegenkommen als andere. Flügel, die weniger entgegenkommen, verlangen einem mehr ab und man muss sich selbst besonders anstrengen, um zum gewünschten Ergebnis zu gelangen. Aber dadurch lernt man von ihnen auch mehr.

Frau Grimaud, herzlichen Dank für das Gespräch!