Steinway in Austria

Fabrikrundgang

Entstehung erleben-Meisterwerke von Menschenhand erschaffen



Herzlich Willkommen beim interaktiven Rundgang durch die historische Steinway & Sons Fabrik in Hamburg. Wir freuen uns, Ihnen Einblicke in die Flügelherstellung zu geben. Überzeugen Sie sich selbst, mit welcher Perfektion und Liebe zum Detail die einzigartigen Instrumente entstehen.

Treten Sie ein und besuchen Sie einige der wichtigsten Stationen in der Fertigung. Lassen Sie sich inspirieren von Instrumenten, die seit Jahrzehnten nahezu unverändert gebaut werden, gemäß der Philosophie unseres Firmengründers Henry E. Steinway "To build the best piano possible!".


Holzlager


Steinway verarbeitet ausschließlich natürlich gewachsenes Vollholz, das nach den strengsten Kriterien ausgewählt, be- und verarbeitet wird. Vor der Verarbeitung wird das Holz, abhängig von der Art und Dicke, bis zu 2 Jahren gelagert.

Während der Lagerungszeit kann sich das Holz setzen und die Holzfeuchte auf ein Minimum gesenkt werden, bis eine optimale Verarbeitungsfeuchte von 7% erreicht ist. Während dieser Zeitspanne findet eine natürliche Alterung des Rohmaterials statt, wodurch seine letztendliche Tauglichkeit erst unter Beweis gestellt wird.

Rimbearbeitung


In der Rimbiegerei wird das Steinway Integralgehäuse, auch Rim genannt, gefertigt. Der Steinway Rim stellt einen Gesamtklangkörper dar, der aus bis zu 20 unter Spannung miteinander verleimten Hartholzschichten besteht. Bei der Auswahl der Hartholzschichten wird auf einen horizontalen Faserverlauf geachtet, um einen optimalen Schwingungsdurchlauf durch die Längsfaser zu garantieren. Die einzelnen Hartholzlagen werden in einem Biegebock gespannt und ohne Einsatz von Feuchtigkeit gebogen. Nach ca. 6 Stunden ist der Leim abgebunden. Erst nach der anschließenden halbjährigen Lagerzeit, um die durch den Leimauftrag eingebrachte Feuchtigkeit wieder auf das erforderliche Maß zu bringen, kann das Gehäuse seine statischen und klangverstärkenden Aufgaben wahrnehmen.

Teilefertigung


Ein Steinway & Sons Flügel besteht aus bis zu 12.000 Einzelteilen, wobei fast alle für den Bau der Instrumente benötigten Elemente im eigenen Werk gefertigt werden. Unterstützt wird die geleistete Präzi-sionsarbeit u.a. durch das Computerized Numerical Control System, kurz CNC-Technologie genannt. Durch den verstärkten Einsatz von CNC-Maschinen im Gehäusebau und in der Teilefertigung wird eine Fertigungspräzision von mindestens 1/10 mm erreicht.

Resonanzbodenfertigung


Einer der wichtigsten Bestandteile des Klangkörpers und somit die Seele des Instruments ist der Resonanzboden, der die Schwing-ungen der Saite verstärkt und an die Luft überträgt. Da zur Erzielung höchstmöglicher Dynamik eine hohe Elastizität und eine geringe Masse des Werkstoffes gefragt sind, eignet sich zur Resonanzbodenherstellung besonders gut das Holz der Sitka-Fichte. Es wird auf Faserstruktur und Dichte der Jahresringe hin begutachtet, um eine optimale Schallleitfähigkeit sicherzustellen. Die durch das Aufleimen der Rippen und des Stegs vorgegebene Wölbung gewährleistet eine lange Stabilität des Bodendrucks und damit der Klangfülle.
Als einziger europäischer Hersteller fertigt Steinway & Sons alle Resonanzböden im eigenen Werk.

Gehäusebau


Nachdem die Produktion der Einzelteile abgeschlossen ist, werden diese zusammengefügt, um gemeinsam die ihnen zugedachten Aufgaben zu erfüllen. Jetzt wird der aus sechs Hartholzschichten bestehende Stimmstock eingebaut, der durch eine große Angriffsfläche von Hirnholz am Stimmnagel für einen festen Sitz sorgt. Der Querblock bietet den nötigen Halt als Auflage für den Resonanzboden und nimmt den Teil der Saitenzugkräfte auf, die auf das Gehäuse wirken. Auch die in diesem Stadium des Fertigungsprozesses eingefügten Spreizen werden später die Saitenzugkraft aufnehmen und somit der Gesamtkonstruktion die nötige Stabilität verleihen. Der Hinterboden faßt die Spreizen und den Rim am hinteren Gehäuse zusammen, der Klaviaturboden bildet das Fundament für den späteren Einbau der Klaviatur.

Gussplatte und Saiten


Die glockenförmige Steinway Cupola-Gussplatte ist der einzige Bestandteil des Flügels, der sich nicht durch Eigenschwingung auszeichnet. Durch ihr Gewicht und den hohen Kohlenstoffanteil des Graugusses wirkt sie, indem sie die Kräfte der Saiten aufnimmt, schwingungsdämpfend und damit klangunterstützend. Die Wirkung des Resonanzbodens bleibt durch Vermeidung jeglichen Kontaktes mit der Gussplatte unbeeinträchtigt. Die Saiten werden nach einem Steinway Patent kreuzweise aufgezogen, was eine klangoptimierende Platzierung des Steges ermöglicht. Die Diskant-Saiten bestehen aus rostfreiem Röslau-Stahl, die Basssaiten sind zusätzlich mit Kupfer umwickelt.

Mechanik


Im Rahmen der Vorregulierung werden die 2.000 Einzelteile der Mechanik so aufeinander abgestimmt, daß sie dem Pianisten in ihrem Zusammenwirken das geforderte Spielgefühl bieten. Hierzu erfolgt ein präzises Austarieren aller Tasten, die jede für sich ein genau definiertes Niederdruckgewicht und Aufgewicht aufzuweisen haben. Jetzt werden auch solche Arbeiten wie das Aufsetzen der Dämpfer und das Regulieren der Hämmer verrichtet, deren präzise Durchführung für eine langanhaltende, gleichmässige Klangqualität des Instrumentes unerläßlich ist.Die Konstruktion des Klaviaturbodens stellt sicher, daß, im späteren Spielbetrieb auftretende Mechanikgeräusche minimiert werden und eine Beeinträchtigung durch eventuell auftretenden Feuchtigkeitseinfluss auszuschließen ist.

Auswahlsaal


Im Produktionsprozess durchläuft jeder Steinway eine Vielzahl an Qualitätsprüfungen, bis es schließlich in der Endkontrolle kompromisslos im Bereich der Mechanik und des Klangs überprüft wird. Erst nach Freigabe durch den Endabnahmemeister kann das Instrument das Werk verlassen.
Den Feinschliff und somit den unnachahmlichen Steinway Klang erhält jedes Instrument erst im Bereich der Fertigintonation, wo der Fertigintoneur die Aufgabe hat, den individuellen Klangcharakter eines jeden Instrumentes zu erkennen, diesen herauszuarbeiten und zu festigen.